Die einzige „Entschuldigung“, die ich für dich habe, kreist immer noch in der Umlaufbahn. Unausgesprochen aber dafür aufrichtig – das Einzige. Etwas ist in dir passiert, wie ein Kurzschluss, für mich vollkommen unerwartet. Als Vater habe ich dich schon lange abgeschrieben. Ich denke viel darüber nach, interpretiere, schreibe hier und da etwas, aber für das, was du damals einmalig für mich geschaffen hast, habe ich bis heute keine treffende Definition gefunden. Keine Erklärung…
Ich weiß nicht, ob es nicht zu spät für dieses Gespräch zwischen uns ist, für ein Treffen von Angesicht zu Angesicht. Deshalb schreibe ich dir in der Hoffnung, dass du wieder aufstrahlst und wie Ikarus zu mir fliegst, Papa… Wirst du plötzlich begreifen, dass es sowieso immer alles möglich war? Dass niemand Wunder oder unmögliche Versprechen erwartet. Ein Mini-Fiat nach dem Abitur, eine halbe Villa auf der Wiese neben der Kirche nach der Hochzeit, und alles andere unerreichbare, wackelige Sandburgen, schön für die Augen der Nachbarn.
Es tut mir leid, dass ich damals kein „Danke“ gesagt habe. Dieses kleine, zauberhafte Kastanien-Schnitzstäbchen hat mich so erleuchtet, dieser magische Stab, der dich in einer Sekunde in einen Zauberer verwandelte.
Ich reibe mir die Augen und kann nicht glauben, dass auch solche zarten Dinge aus deinen harten Fingern kommen können. Ein Meisterwerk der Handwerkskunst, das irgendwie nicht zu dir zu passen scheint.
Was hast du in den Zaubertrank-Kessel geworfen, dass solch ein Schätzchen entstanden ist? Wie nennt man diese Gefühle? Ich würde gerne passende Worte dafür finden, gemeinsam mit dir. Der lyrischen Phantasie freien Lauf lassen… Die richtigen Metaphern finden…
Ein kleiner Zauberstab mit einem wunderschön geschnitzten Muster vermag es, das Kinder-Herzchen zu öffnen, das bisher für dich unerreichbar war.
Dodaj komentarz