Abschied von meiner Familie

Ich tue nicht mehr so,
als wäre alles in Ordnung.
Ich erkläre mich nicht mehr –
nicht vor denen,
die behaupteten, sie wären mir nah,
aber nie wirklich wissen wollten,
wer ich bin.

Sie fragten nie,
was in mir lebt.
Sie sahen nur die Hülle,
die in ihr enges Bild von mir passte.

Ich gehe –
weil ich Stille brauche.
Ich brauche keine Worte,
die verletzen,
verkleidet als Fürsorge.
Ich will keinen scheinbaren Frieden.
Der Preis wäre zu hoch.
Ich lasse mich nicht mehr
in Definitionen pressen,
in Floskeln
und Küchenpsychologie bei weiterem Wodkaglass.

Ich wähle den Frieden.
Ein Schweigen, das nicht einengt,
statt lautem, leerem Gerede.
Den Blick nach vorn –
ohne misstrauisches Zusammenkneifen der Augen.

Ich lehne die Treue
zum Blut ab.
Meine Treue gilt nur mir selbst.

Ich schließe die Tür.
Nicht aus Hass.
Aus Erleichterung.

Ich lasse euch alles,
was ihr behalten wollt –
wertlose Worte,
enge Muster,
dieses ewige Gefühl,
noch etwas schuldig zu sein.

Ich nehme mit:
die Stille.
Den Frieden.
Mich.
Und gehe –
mit mir selbst an der Hand.

Endlich.
Nach so vielen verlorenen Jahren.

07.08.2025

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