Verwirbelung

30. August 2025. Fortsetzung der Fortsetzung.

Ich bin wohl in den Strudel des Schreibens geraten. Strudel. Das ist genau das Wort, das sich den ganzen Tag durch meine Gedanken und Beobachtungen zieht.

Heute sage ich mir immer wieder, dass ich nicht erneut in den Strudel von Pflichten, Handeln, Funktionieren geraten will… Ich sitze nun schon in der fünften Woche krankgeschrieben zu Hause. So hat es mein Leben ein wenig durcheinandergewirbelt. Ich habe das Gleichgewicht verloren, um es wiederzufinden. Natürlich — in einer anderen Dimension. Ich bin gefallen, von meinen eigenen Schnürsenkeln zu Fall gebracht. Im Strudel einer Flucht vor mir selbst, der ich zur Tarnung den Namen „Reise“ gegeben habe.

Also saß ich ein wenig unfreiwillig auf meinem Hintern. Diesmal wirklich. Eine Woche lang blieb ich zu Hause, ohne die Nase hinauszustrecken — die ich mir beim Sturz ebenfalls gebrochen hatte. Ich wartete, bis ich mich wieder der Welt zeigen konnte und — vor allem — dem Licht. Dunkle Blutergüsse sollte man nicht der Sonne aussetzen, damit die Haut nicht dauerhaft verfärbt bleibt. Also wartete ich im Schatten die Gefahr ab, bis die Flecken — wie Tarnfarben — von selbst, ohne Eile, verschwanden.

Dann ging ich los. Ganz langsam. Mit ruhigem Schritt. Ein unbekanntes Gefühl: nicht hetzen, nicht rennen, nicht fliehen. Stehen bleiben. Es gefiel mir sogar. Ich gehe, schaue, und wenn etwas meinen Blick anzieht, bleibe ich einfach stehen. Schaue. Manchmal kontempliere ich. Oft gedankenlos. Ohne Worte. Manchmal in der Stille, manchmal mitten unter Geräuschen. Eher der Welt. Aber nicht meinen. Höchstens meinem Atem. Ich stehe und schweige.

Heute stand ich im Durchgang unter dem alten Rathaus. Ich blieb stehen, als es wehte. Ein unerwartetes, warmes Lüftchen aus dem Nichts. Plötzlich, einfach so. Es wehte und zog die vertrockneten Blätter zum Tanz — schon gelb, zu früh, weil es so trocken ist. Sie fallen von der Linde, von der alten dort am Rathausplatz. Noch fegt sie niemand zusammen, zum Glück ist noch keine Saison für die Laubbläser, die mit Getöse die gefallenen Blätter auf einen Haufen jagen.

Die, die heute tanzten, waren kräftig gelb von der Sonne, die noch sommerlich brennt, aber noch nicht alt vom Liegen im Regen. Deshalb hatten sie Schwung zum Tanzen.

Der August geht zu Ende. Nur noch ein Augenblick, und der Herbst kommt — zwar noch nicht der kalendarische, aber jener, den man spürt, wenn die Kinder wieder zur Schule gehen. Und wenn die Sonne morgens später aufgeht, träge die neblige Decke bis über die Ohren ziehend. Der Sommer versteckt sich hartnäckig vor der ersten Kühle. Spinnweben glänzen am Morgen, als hätte jemand vergessen, die Laternen auszublasen… Vielleicht lassen sie die Sonne ausschlafen, bevor sie die Pflichten des Laternenanzünders übernimmt. Tau, nasse Bänke in Parks und an Haltestellen. Kühle und feuchte Klinken der Schultüren.

Die erste Kühle, die sich unbeholfen hereinschleicht, verdrängt beharrlich die Wärme der Ferien. Die Unbeschwertheit. Das Ausschlafen bis mittags. Das lange Stehen abends vor dem Haus. Die gedämpften Stimmen der Nachbarn, die auf der Mauer des Silos sitzen, angenehm aufgewärmt von der Sonne des ganzen Tages. Genau im Sommer erzählt man sich die besten Geschichten. Klatsch und Unsinn, bei dem sich die Haare sträuben.

Manchmal unterbricht dieses Reden eine über den nahen Wald ziehende, immer seltener gewordene Eule. Meist sind es aber Katzen, die unter den Fenstern schreien. Hier und da bellt der Dorfhund. Das Geräusch eines seltenen Flugzeugs – irgendwo sehr hoch oben und weit weg. Unerreichbar und fern wie Urlaube in türkischen Ferienorten.

Der Strudel des Lebens in meinem Dorf ist am Abend angenehm langsam. Manchmal träge, manchmal verschlafen. Am Morgen aber nimmt er Fahrt auf, wenn man sich zur Arbeit beeilt. Zur Arbeit im Betrieb oder auf dem Feld, im Garten, im Stall. Kinder eilen zur Schule, der Bus — in die Stadt, die Traktoren — aufs Feld. Jurek auf dem alten Rad — zum Laden, Macek — hinter ihm, zu Fuß. Vielleicht nimmt ihn jemand mit, wenn er winkt. Man muss nur erkennen, dass er die halbe Wodkaflasche noch nicht komplett ausgetrunken hat.

Mittags wirbelt nur Staub über den Auguststoppelfeldern. Staubige Schwaden tanzen auch gern auf dem sandigen Feldweg hinter der Kirche. Am Nachmittag tanzen sie ebenfalls auf der Straße — hinter dem alten Schulbus in Form einer Gurke. Nach drei und nach vier Uhr — hinter den Bussen aus Świdnica und hinter dem Nachbarn auf seinem „Komarek“. Laut und lustig. Das Moped zu klein unter dem riesigen Körper des Dicken.

Wirbel kann man auch im Baggersee treffen. So erzählen es die Nachbarn abends auf der Mauer. Der Strudel zieht hinab, ertränkt, verschlingt. Deshalb durften wir Kinder nie allein ans Wasser gehen. Nur unter Aufsicht der Mutter.

Aber wann? Die Mutter selbst zieht immer der Strudel der Pflichten an sich. Von morgens bis abends, von Montag bis Sonntag, von Winter bis Sommer. Und so im Kreis.

Also warten wir. Und warten…

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