7. Januar 2026
Um meine „Handlungsfähigkeit“ aufrechtzuerhalten, schreibe ich diese zwei Sätze. Ich war mit Rex im Schnee spazieren. Ich habe mich gemeinsam mit ihm über den Winter gefreut. Nur dass er vor Freude den Schnee leckte und sich darin wälzte, während ich mich leider schon zu weit vom Kindesalter entfernt habe, um mich hinter ihm in das flauschige Weiß zu werfen. Wahrscheinlich hätte der Hund gedacht, ich sei verrückt geworden.
Am Fluss ist es still, nur das Knirschen der Schritte im Schnee und das leise Rauschen des Wassers — einmal vom Fluss, einmal vom Bach, der in ihn mündet. Es kommt darauf an, wohin man das Ohr richtet. Ich gehe zwischen den beiden. Zwischen dem Fluss, der nur wenig breiter ist als der Bach. Genauso langsam. Die Wasseroberfläche bewegt sich sehr träge, vermutlich vor Kälte. Direkt am Ufer beginnt das Wasser zu Eis zu werden und glänzt.
Für einen Wintertag sind es viele Vögel. Zuerst ein scheuer Silberreiher, dann ein Graureiher. Eine Meise mit gelbem Bäuchlein und irgendein kleiner, flinker Liebling, ebenfalls mit rundem Bauch, aber rostfarbenem. Vielleicht ein Rotkehlchen. Ich muss später im Vogelatlas nachsehen. Die Enten wie gewöhnlich paarweise. Jedes Mal versetzen sie mich in Erstaunen, wie ruhig sie auf dem Wasser sitzen, als gäbe es draußen überhaupt keine −5 °C. Zwei Gänse, aber schon auf der Wiese. Ich frage mich, was sie noch herauspicken wollen, wenn alles vom Schnee bedeckt ist und nun auch noch der Frost zugeschlagen hat. Bei meinem Anblick fliegen sie auf.
Ein paar Amseln hüpfen in sicherer Entfernung weiter, lassen mich dabei aber nicht aus den Augen. Ich sie auch nicht. So beobachten wir einander. Amseln ließen sich wirklich schön fotografieren. Heute ist es dafür leider schon etwas zu spät, denn die Dämmerung legt sich über die Welt und sicher werde ich die richtigen Farben nicht mehr hervorholen können. Also mache ich ein paar Fotos von Rex. Leider wirkt der Schnee im Objektiv bläulich und Rex’ Fell gelblich. Dabei sind sowohl der Schnee als auch Rex heute eigentlich vollkommen weiß.
Aus zwei Sätzen ist plötzlich eine ganze Seite geworden. Aus einem erzwungenen Spaziergang nach einem langen Arbeitstag, nur weil der Hund schließlich Gassi muss, wurde ein großes alltägliches Vergnügen. Freude an kleinen Dingen. Beinahe ornithologische Beobachtungen der Umgebung. Eine Welt voller gefiederter Zeugen, die bestätigen, dass das Leben sich hier und jetzt vollzieht — einfach und schlicht. Gewöhnlich und doch märchenhaft.
Dodaj komentarz