6. Februar 2026
Das Leben stellt mich heute auf die Probe. Ich weiß nicht einmal, ob mich selbst oder vielmehr mein Nervensystem, das in regelmäßigen Abständen einer Art Qualitätskontrolle unterzogen wird. Manchmal denke ich, ich sei nur eine Marionette in einem Puppentheater. Ein spielzeughafter Fingerhut mit dem unglücklichen Gesicht eines Harlekins. Jemand zieht an den Fäden und ich springe wie ein Hampelmann. Lächerlich.
Ich bilde mir ein, Einfluss auf mein Leben zu haben. Wenn überhaupt, dann nur in sehr begrenztem Maß. Meine Fäden sind in ein Spinnennetz verstrickt. Vielleicht springe ich sogar dann, wenn jemand an Fäden zieht, die gar nicht meine sind. So sehen heute meine Gedanken aus — wild, unruhig. Ich versetze mich selbst in Unruhe. Darauf habe ich ganz sicher Einfluss. Denn selbst wenn jemand zieht, sollte ich reglos hängen wie ein Herbstblatt im Geflecht des Altweibersommers. Es weht — etwas bewegt sich. Der Wind legt sich und das Blatt kommt zur Ruhe, nur ich nicht.
Ich zittere weiter. Zu lange. Wieder gebe ich nach. Ich lasse mir meinen Frieden von der Welt stehlen. Ich erlaube den Menschen, mir den Glauben an mich selbst zu nehmen. Ich beginne zu zweifeln. Mich selbst infrage zu stellen. Mache ich es richtig? Was habe ich falsch gemacht? Ich analysiere mein eigenes Verhalten, aber auch das der anderen. Ihre potenziellen Gedanken. Potenziell — denn ich kenne sie ja gar nicht. Ich habe keinerlei Gewissheit, ob mich jemand beurteilt hat, so oder so, oder überhaupt. Ich unterziehe mich einer grausamen Selbstanalyse und Kritik, stets einem strengen Urteil. Und ich bestrafe mich nur allzu bereitwillig. Ich zweifle an mir.
Ich zittere. Als bräuchte ich diesen Stress.
Seit vier Uhr schlafe ich nicht mehr. Ich denke und denke. Ich erwarte das Schlimmste: eine Strafe wie in der Kindheit, eine Kündigung, auf die Straße gesetzt zu werden. Einen gesellschaftlichen und finanziellen Zusammenbruch. Ich werde mit nichts enden, dort, wo ich angefangen habe. Ich werde niemand sein, mit nichts. Allein, weil alle gehen werden. Wie kann man mich lieben? Wie kann man mit mir zusammen sein wollen?
Ich werde zu meinen Eltern zurückkehren. Vielleicht finde ich nur dort noch einen Platz. Dann werden sie mir ins Gesicht lachen — all jene, die auf mein Scheitern gewartet haben.
Also kann ich nicht aufgeben und zerre an den Fäden.
Ach … doch das sind nicht die meiner Marionette.
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